“ASH NAZG DURBATULÛK, ASH NAZG GIMBATUL…” EIN THIRD AGE AAR

geschrieben von Toni Welzmiller (Granit)

 

Autor: Trismegistos

Spiele: Medieval 2 (+Erweiterung Kingdoms)

Modifikationen: Third Age

Spielland/Fraktion/Charakter: Mordor bzw. Sauron

Start: 14.12.2011

Besonderheiten: keine warmduschenden Elfen, keine pseudolustigen Zwerge, einfach widerliche Orkse in der umfangreichen und authentischen Modifikation für Herr der Ringe

AAR-Status: abgeschlossen

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Die Geschmäcker bei AAR “Geschichten” gehen bekanntlich auseinander. Der eine mag selbstausgedachte und bis ins kleinste Detail verfeinerte Handlungsstränge in literarischer Form, der andere sieht ‘after action reports’ eher als Spielhilfe und Anleitung zur Vorgehensweise für das eigene Spiel. Deswegen wird heute mal ein eher unliterarischer Spielbericht vorgestellt, vor allem aber, weil der Autor eine sehr umfangreiche Modifikation für sein Spiel benutzt. Zwar runden hier und da einige geschriebene Absätze die vielen Bildschirmablichtungen ab, doch bleibt “Ash nazg durbatulûk, ash nazg gimbatul…” im Kern ein reiner Spielbericht. Pluspunkt in meinen Augen ist der Umstand, das Mordor gewählt und der AAR abgeschlossen wurde.

Das Spiel beginnt klassich mit einer Übersicht und Vorstellung der beherrschten Gebiete Mordors, im Anschluß werden die verfügbaren Einheiten und ihre Beschreibung dargestellt. Wer Orks, Goblins, Trolle und Oger mag, wird auf seine Kosten kommen, da Mordor diese Einheiten hauptsächlich benutzt. In dieser Modifikation gibt es Palantirsteine ebenso wie Artefakte, überhaupt ist die mystische Welt Tolkiens wunderbar für die Total-War Reihe umgesetzt worden.

Die Geschichte beginnt mit dem Auftrag Saurons an seinen Untergebenen Khamul, die Rebellensiedlung Malgalad einzunehmen. Wie wir uns vorstellen können, wird der Hauptgegner Rohan und Gondor sein und neben der beinahe perfekt umgesetzten Karte für diese Modifikation, trifft der Autor im Zuge seiner Geschichte auf uns ebenso bekannte Charaktäre wie etwa Faramir, Gimli und so weiter. Der dunkle Herrscher lässt einen seiner Handlangerbösewichte, den Orkgeneral Grishnak, die Festung Hennet Annun angreifen, so dass schon ziemlich früh die Kämpfe um Mittelerde entbrennen. Auch vor den Toren Ost-in-Gil’s sind Kämpfe entbrand, Khamul, einer der Ringgeister, versucht die Siedlung von den Orkrebellen einzunehmen, was letztenendes natürlich in dieser frühen Phase des Spieles gelingt. Mittlerweile hat Sauron eine große Orkarmee versammelt und zieht in Richtung Osgiliath, um diese ehemalige, blühenste Stadt Gondors, die heute nach den vielen Konflikten nur noch als Trümmerfeld angesehen werden kann, endlich einzunehmen. Denn, auf der Karte ist Osgiliath wie in Tolkiens Geschichte das Tor zu Mordor, beziehungsweise in diesem Falle das Tor nach Gondor. Wer es beherrscht hat gute Karten, denn auf die jeweilige andere Seite des Flußes Anduin gelangt man dann erst wieder in einiger Entfernung. Als die Schlacht um Osgiliath losgeht ist der ausgemachte Feind Faramir der Verteidiger dieser Ruinenstadt. Die riesige Orkarmee stürzt sich mit Geschrei auf den verhassten Menschenfeind, während gondorianische Bogenschützen den anstürmenden Grünhauthorden das Leben schwer machen. Ein heftiger Kampf beginnt, Leitern werden an höheren Gebäuden angelegt und diese dann gestürmt, während ein gebauter Rammbock weiter unten ein Tor aufbrechen soll. Schließlich gelingt die Orkdampfwalzentaktik und der General Faramir wird auf einem ehemaligen Marktplatz eingekreist. Das übrig gebliebene Menschenhäuflein wehrt sich tapfer, doch es hilft alles nichts, Faramir ist des Todes.

Am Ende ist die Schlachtstätte übersäht mit erschlagenen Recken und den ihren Lebenszweck erfüllenden Orkkadavern. Nach der Schlacht ist vor der Schlacht und schon nähern sich im Norden ein paar Gondorabteilungen, doch ein Vorstoß ihrerseits bleibt aus. Und die nach der Eroberung dagelassene, einzelne Garnision von Orksspeerträgern kann in Ost-in-Gil den angreifenden Elbenspitzohren die aus dem Nichts auftauchten nichts entgegensetzen. Der Hexenkönig stürmt währenddessen die Flußfestung Cair Andros, doch sind die Verluste so hoch, daß ein kleinerer Feindtrupp die Burg Mordor wieder entreißen könnte. Langsam kommt Bewegung und dadurch auch Hektik ins Spiel, der Autor pocht darauf, daß endlich Grishnak, der Orkgeneral mit seiner Belagerung von Henneth Annun fertig wird, denn Späher melden das weitere Eintreffen von Feindtruppen. Erstmal muß Mordor eine defensive Taktik fahren um zu überleben, denn viele Grünhäute sind in Einzelgefechten gegen Rebellen und andere gefallen, doch Entsatz ist noch lange nicht in Sicht, da Mordor seit Beginn des Feldzuges pleite ist. Zur selben Zeit macht sich Khamul Nazgul auf, um die schwach verteidigte Siedlung Ost-in-Gil den Elben wieder abzuknöpfen, doch gerät er selbstverständlich kurz vor der Stadt im tiefen Wald in einen Hinterhalt der Elben. Trotzdem geht er aus diesem Gefecht als Sieger heraus. Der Hexenkönig selbst sitzt in seiner materiellen Gestalt immer noch in Cair Andros und hofft auf Truppen. Die kommen auch, doch tragen sie das Banner des Weißen Baumes aus Gondor. Die Truppen Mordors sind den Menschen eins zu drei unterlegen, doch in der Nacht wagt die dunkle Gestalt einen tollkühnen Ausfall und verläßt sich dabei auf seine Spezialfähigkeit, die schreckliche Furcht in den Reihen der Feinde auslöst.

So kommt es, daß Mordor bei Cair Andros einen starken und überlegenen Gegner heldenhaft vernichtet. Doch die Frage die Mordor am allermeisten beschäftigen sollte, die des Verbleibes des Einen Ringes, läßt den Autor bisher kalt.

Später wird Osgiliath noch des öfteren Austragungsort von Schlachten sein, überhaupt scheint der Ringkrieg in dieser Version des Spielers ein Abnutzungskrieg zu sein. Zwar geizt der AAR Ersteller nicht mit etlichen Bildschirmablichtungen der Kampagnekarte sowie der vielen Gefechte selbst, doch für einen literaturverwöhnten Leser fällt es schwer Stimmung zu entwickeln. Das Fehlen von ausreichender Beschreibung und wörtlicher Rede, vielleicht mit orkischem Akzent, trägt ebenso dazu bei wie das Fehlen einer Kapitelübersicht. Lobenswert ist die viele Arbeit dennoch und auch der Fakt des Durchhaltens dieses Spieles das für Mordor sicherlich kein leichtes war, da Mordor Anfangs immer benachteiligt ist.

Fazit

Auch wenn ich als Leser aufgrund fehlender, literarischer Tiefe leicht befangen bin, so kann man gerne hier einmal die andere Seite des Ringkrieges in dieser großartigen, selbstlaufenden Modvorstellung betrachten.
Duchaus unterhaltsam für zwischendurch, doch ein fesselndes Einfinden in die Geschichte wird dem geneigten Leser erschwert. Doch Mordor als solches und die vielen Bilder des Spieles reißen einiges heraus.
Geschmäcker sind eben verschieden.

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