Testbericht: X Rebirth

Anlässlich des kürzlich veröffentlichten Patches 3.50 veröffentlichen wir einen Testbericht zu X Rebirth, allerdings als Ersttest, wir geben dem Spiel also eine neue Chance.

 

Persönlich habe ich mich sehr auf diesen Test gefreut, vor allem in der Hoffnung keine gravierenden Bugs und Fehler zu finden.

Gleich zum Start wurde meine Vorfreude jedoch dadurch getrübt, dass ich das Update – vermeintlich – nicht erhalten habe.

Im Titelmenü prangte unter dem Spieltitel weiterhin ein großer „3.0“ Schriftzug.

Nach ein wenig Recherche stellte sich dann jedoch heraus dass mit dem Update alles geklappt hat – Egosoft hat lediglich vergessen dass Titelbild zu ändern.

Autor

Tobias Simon
Nickname: Cherry Pie

Redakteur & Modder

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Also frisch ans Werk  

Zu Beginn des Spiels machte ich mir als erstes einen Überblick über die Grafik. Leider wirkt diese auch nicht komplett überzeugend.

Zwar verband ich die X-Serie seit jeher mit guter Grafik (zumindest seit X3), allerdings hat die Grafik in X Rebirth so ihre Schwächen, vor allem bei der Kantenglättung (getestet wurde natürlich auf höchster Stufe).

Die Grafik hat natürlich auch ihre Momente, so sind die Schiffe und Stationen zumindest von Außen äußerst ansehnlich und authentisch gestaltet.

Auf naher Distanz gibt es jedoch dennoch bei kritischer Betrachtung ein paar Fehler, vor allem bei den Personen. Auch bewegt sich unsere Partnerin nicht wirklich realistisch, unsere Person bewegt sich teilweise etwas sehr schnell über die Stationsflure.

Wenn es nicht so viel zu tun gäbe würde ich sagen – dringend nachbessern Egosoft.

Wir tanzen auf den Tischen – die Stimmung ist beschissen

Innerhalb der Stationen oder auch der Albion Skunk ist tatsächlich etwas Betrieb.

Händler bieten Waren an, mit denen man Anfangs aber nicht wirklich viel anfangen kann. Hier wird mit Wasser gehandelt, dort mit Weltraumschrott, der andere dealt Raumfliegeneier.

Vor allem in der Bar wird gehandelt, dort können sich auch Arbeitssuchende aufhalten. Obwohl zumindest eine Grundlegende Partylaune vermittelt werden soll, so sind die Besucher häufig nicht sehr gut gelaunt. Macht eine der Personen durch einen Handel gerade den Deal ihres Lebens und begrüßt uns zu Beginn noch sehr freundlich, werden wir nach dem Geschäft direkt undiplomatisch beschimpft oder verachtet, zumindest laut der monotonen Aussage der Handlungsträger.

 Wenn wir hingegen jemanden anheuern, geht das auch nicht bei jedem.

Zuerst lief das wie folgt ab: Wer wollte, konnte nicht (weil wir nicht genügend Geld hatten), wer konnte, der wollte nicht.

Apropos Geld...

Inflation im Weltall?

Die Preise für viele Waren sind enorm gestiegen. Immerhin beginnen wir nicht auch nur mit 5.000 Credits sondern mit 100.000 und in der Kampagne mit einem Frachter der zwar recht günstig ist, aber von außen überhaupt nicht billig rüberkommt.

Auch die Bezahlung ist gestiegen und spiegelt nun einen Wert wieder, den wir bei X3 noch erst bei einiger Spielzeit erreicht hatten.

Die Missionen sind teilweise sogar recht ausgefallen, einmal mussten wir zum Beispiel verminte Asteroiden sprengen.

Leider ist der Weg trotz anderer Angabe manchmal alles andere als kurz, die Highways sind zwar an sich keine schlechte Idee, das Minispiel entweder ganz langsam zu fliegen oder allen anderen auszuweichen geht aber spätestens nach fünf reisen ziemlich auf die Nerven – zurücklehnen ist nicht.

Generell bildet das System von Highways ein auch aufgrund des teilweise doch recht umständigen Interfaces ein ziemliches Wirrwarr an Reiserouten – da lobe ich mir doch die alten Portale aus X3.

Was aus X3 ebenfalls vermisst wird ist die Möglichkeit alle Schiffe zu steuern. Zwar gelang es uns mit einer Mod auf die Brücke unseres Frachters zu gelangen, steuern war jedoch Fehlanzeige.

Schade eigentlich, denn aus dieser Perspektive hätte das Steuern des Frachters die Endnote des Spiels vermutlich direkt um 1 nach oben geschraubt.

Außen Hui – Innen Pfui

Es hat sich also leider doch bestätigt dass hinter der doch Eindrucksvollen Oberfläche, vor allem die Ansicht des Weltraums mit seinen Schiffen und Stationen, leider ziemlich viele Fehlerchen und Ungereimtheiten arbeiten. Wo die Grafik außen punkten müsste man innen wieder Punkte abziehen, man merkt dies mal mehr mal weniger.

Die Steuerung ist mit Joystick kaum machbar (wobei dies an meinem Joystick liegen kann, sorry dafür), aber mit der Maus kein Problem und zumindest dort tatsächlich ziemlich gut.

 

Die 7 Jahre Entwicklungszeit waren wohl doch etwas zu viel des guten, denn es kommt einem so vor als sind manche Teile des Spiels aktuell, andere einige Jahre hinter der aktuellen Spieltechnologie.

Auch von Standpunkt Logik müssen wir teilweise Punkte abziehen, so wirken die Polizeiraumfahrzeuge mit Blaulicht und Sirene in Stationsnähe zwar durchaus authentisch, aber wenn 4 von 5 Raumschiffen alarmierte Polizeischiffe sind wirkt das einfach nur noch lächerlich.

Fazit

Ja, Egosoft hatte sich mit X Rebirth viel vorgenommen – und leider zumindest teilweise versagt. Mich hat bereits von Anfang an gestört dass man nur noch die Albion Skunk fliegen kann - immerhin kann man Drohnen nun selbst steuern.

 

Grafisch punktet die All-Ansicht, aber im inneren des Schiffes wirkt die Grafik teilweise sogar unschön.

Obwohl einige gute Ideen in das Spiel mit eingeflossen sind und teilweise auch gut umgesetzt wurden, halte ich mich lieber nach wie vor an X3 Albion Prelude und Mods.

Egosoft täte vielleicht gut daran die Entwicklung von X4 mit X3 fortzusetzen und X Rebirth schnell wieder zu begraben, da (meiner Meinung nach) einfach zu viele der positiven Eigenschaften von X über Bord geworfen wurden.

Möglicherweise könnte als ersten Schritt Egosoft X3 in den Steam Workshop integrieren und X3 bei den Eigenschaften nahtlos fortsetzen.

Das Spiel hat definitiv seine Momente, damit hat es sich aber auch schon.

Egosoft hat versucht das Spiel so Umfangreich wie möglich zu gestalten, dabei aber viele andere Aspekte außer Acht gelassen.

Abstürze hatte ich hingegen keine zu verbuchen, auch die Performance war gut.

 

Die versprochene Testversion für das Magazin ist übrigens trotz mehrmaliger Rückfrage nie angekommen, dass Spiel wurde gekauft (was kein Problem wäre, aber leere Versprechungen???).


Persönliche Meinung:

64/100 

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